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Fragen und Antworten

Eine Frage von Nicole:

Ich bin 22 Jahre und zur Zeit ziemlich verzweifelt. Ich weiß nicht mehr was machen. Hab am Anfang Remicade bekommen, und nun bekomme ich Enbrel. Am Anfang hat beides wunderbar gewirkt, und nun muß ich noch jede Menge Medis nehmen,

hab sie vorher schon aufgezählt! Weiß jetzt nicht was machen, mein Rheumaarzt meint, daß ich mal so weiter machen soll. Aber ich habe von Tag zu Tag immer mehr Schmerzen, und sie werden nicht besser, und ich kann auch nicht schlafen.

 

Jetzt weiß ich nicht, ob bei mit der TNF-Alpha-Blocker wirklich hilft.

 

Sollte man die Dosis erhöhen? Darf man das? Oder sollte man mal doch mit Cortison dazu fahren? Ich weiß einfach nicht weiter! Immer diese Schmerzen.

 

Schwerpunkt ist bei mir das ISG, die BWS mit Brustbein und die linke Hüfte, die sind am schlimmsten betroffen und schmerzen am meisten!

 

Wäre sehr sehr froh, so bald wie möglich von Ihnen zu hören.

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 30.09.2004:

Bei den meisten Patienten mit einer ankylosierenden Spondylitis ist die Therapie mit einem TNF-alpha-Blocker hochwirksam. Allerdings tritt die Wirkung manchmal nicht sofort ein. Damit sollte zunächst erst einmal zugewartet werden. Wenn es innerhalb der ersten 2-3 Monate einer Enbrel-Therapie nicht zu einer deutlichen Besserung kommt, muß überlegt werden, ob der Schmerz überhaupt entzündlich bedingt ist, oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen. Oft sind dies dann muskuläre Schmerzen oder Schmerzen an Sehnenansätzen bis hin zu einer fibromyalgischen Komponente, die natürlich ganz anders behandelt werden müssen.

Der Nachtschmerz spricht dafür, daß es sich um ein entzündliches Problem handelt. Manchmal hilft in solchen Fällen die Einnahme eines cortisonfreien Entzündungshemmers vor dem Schlafengehen, am besten in retardierter Form (d.h. mit einer längeren Wirkdauer). Sehr viele Patientinnen und Patienten mit einer ankylosierenden Spondylitis schwören dabei auf das gute alte Indometacin. Wenn dieses nicht vertragen wird, gibt es entsprechende Alternativen, z.B. Diclofenac in einer retardierten Form, oder bei Magenunverträglichkeit auch ein Präparat aus der Gruppe der COX-2-Hemmer.

Wenn eine sehr hohe Entzündungsaktivität besteht, die u.U. auch mit starken Entzündungszeichen bei den Laborwerten einhergeht (z.B. hohe Blutsenkung = BSG  oder hohes c-reaktives Protein = CRP), macht ggf. auch ein Behandlungsversuch mit Cortison einen Sinn, wobei oft sehr niedrige Dosierungen ausreichen.

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