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Fragen und Antworten

Eine Frage von Männlicher Patient mit M. Bechterew:

1. Ich habe davon gehört, daß Remicade demnächst zur Behandlung des

Morbus Bechterew zugelassen wird und möchte wissen, ob auch Enbrel zugelassen wird?

2. Wie werden die Patienten über die erfolgte Zulassung informiert?

3. Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten? Insbesondere habe ich davon gehört, daß sich unter einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern ein Lupus entwickeln kann.

 

Die Antwort gibt Prof. Dr. med. Gerd Horneff, 19.02.2003:

zu 1.

 

Derzeit sind weder Enbrel noch Remicade zur Behandlung des Morbus Bechterew zugelassen. Aufgrund der günstigen Studienergebnisse, bei denen beide Substanzen mit ähnlich guter Wirkung abgeschnitten haben, wurde eine Zulassung beantragt. Mit der Zulassung beider Substanzen ist wahrscheinlich noch in diesem Jahr zu rechnen.

 

zu 2.

 

Über die Zulassung der Präparate für die Indikation Morbus

Bechterew/ankylosierende Spondylitis werden alle Rheumatologien umgehend, z.B. durch die Pharma-Industrie informiert. Aufgrund des großen Interesses wird dies wahrscheinlich auch in den Medien erfolgen. Selbstverständlich wird über die Zulassung auch im TNF-Ticker von TIZ sofort berichtet.

 

zu 3.

 

Nebenwirkungen einer Therapie mit Tumornekrosefaktorhemmern sind

prinzipiell in 3 Gruppen einzuteilen:

 

a) Unverträglichkeitsreaktionen, wie z.B. allergische Reaktionen. Remicade besteht z.B. z.T. aus Mauseiweißen, und es können Antikörper gegen den Mausanteil gebildet werden. Dies kann zu allergischen Reaktionen führen.

 

Auch bei Enbrel werden selten allergische Reaktionen beobachtet,

insbesondere an der Haut, obwohl es nicht aus Mauseiweiß besteht, sondern ein rein menschliches Präparat ist. Hierdurch ist nur sehr selten ein Abbruch der Therapie notwendig.

 

b) Infektionen. Insbesondere der Reaktivierung einer vorbestehenden Tuberkulose kommt eine große Bedeutung zu. Aus diesem Grunde sollten alle Patienten vor Beginn einer Therapie mit Tumornekrosefaktorhemmern diesbezüglich untersucht werden. Andere Infektionserkrankungen sind überraschend selten.

 

c) Immunreaktionen, zu denen auch das von Ihnen angesprochene

Lupus-Like-Syndrom gehört. Auch diesbezüglich sind vor und unter der Behandlung regelmäßige Untersuchungen notwendig, zu denen z.B. Blutuntersuchungen gehören. Das Auftreten eines Lupus-Like-Syndroms ist selten.

 

Nach Absetzen der Therapie sind die Symptome reversibel, d.h. sie bilden sich ohne Folgeschäden zurück.

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