Sie sind hier: rheuma-online » Archiv » Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Eine Frage von Dietmar:

Wer weiß etwas über Osteonekrose?

Bei mir wurde im oberen Sprunggelenk eine ältere Osteonekrose diagnostiziert und heute auch eine beginnende Osteonekrose im Knie.

Der Arzt sagte, es sei eine Art Bröselknochen, nun bin ich doch geschockt, er meinte, ein künstliches Gelenk mit 39 Jahren sei etwas früh, aber meine Arbeit kann ich so auch nicht mehr ausführen.

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 5.11.2003:

Unter einer Osteonekrose (von griech. osteon = Knochen und nekros = abgestorben) versteht man einen abgestorbenen Knochenbezirk. Es gibt dafür eine ganze Reihe möglicher Ursachen; meistens sind es örtliche Durchblutungsstörungen. Man kann sich in solchen Fällen eine Osteonekrose fast wie eine Art Knocheninfarkt vorstellen.

Osteonekrosen können ohne erkennbare äußere Ursache und ohne nachvollziehbaren Anlaß auftreten, auch schon bei sonst kerngesunden Menschen in jungen Jahren. Bei anderen Patienten liegt eine Grunderkrankung vor, z.B. eine Stoffwechselerkrankung wie die Zuckerkrankheit oder aus dem Bereich der entzündlich-rheumatischen oder immunologischen Systemerkrankungen eine Vaskulitis oder andere, verwandte Erkrankungen, bei denen es zu Durchblutungsstörungen im Gewebe kommen kann.

Einige Medikamente können auch zu Osteonekrosen führen, insbesondere Cortison, aber auch Marcumar (ein Medikament, das zur „Blutverdünnung“ eingesetzt wird). Bei diesen Medikamenten ist aber oft der Hüftkopf oder der Oberarmkopf (Schultergelenk) betroffen.

Wenn das Sprunggelenk betroffen ist, sollte man auch daran denken, daß es sich bei der Osteonekrose um die Folge einer (u.U. auch schon früher abgelaufenen) Verletzung handelt.

Die Therapie einer Osteonekrose hängt sehr vom örtlichen Befund, speziell dem Ausmaß der Osteonekrose / der Größe des betroffenen Bezirks, und von möglichen Begleiterkrankungen oder Begleitproblemen ab, weiterhin auch davon, ob es sich um ein akutes Geschehen oder einen älteren Befund handelt.

Im günstigsten Fall ist es heute möglich, eine Osteonekrose operativ durch die Transplantation von gesundem Gewebe zu versorgen. Dazu kommen je nach Lage der Dinge unterschiedliche Techniken und Verfahren zur Anwendung.

Keywords: Osteonekrose * Ursache * Therapie * Operation * Knorpel-Knochen-Transplantation

 

Copyright © 1997-2022 rheuma-online
rheuma-online Österreich
 
Alle Texte und Beiträge in rheuma-online wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Irrtümer sind jedoch vorbehalten. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jegliche Haftungsansprüche, insbesondere auch solche, die sich aus den Angaben zu Krankheitsbildern, Diagnosen und Therapien ergeben könnten, sind ausgeschlossen.