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Fragen und Antworten

Eine Frage von B.G.:

Ich bin 60 Jahre alt, weiblich und leide an Mischkollagenose. Jetzt wird MXT aufgebaut. Im Moment nehme ich 3 mal pro Woche 5mg in Tablettenform und 3 mal 5 mg Folsäure pro Woche, 25 mg VIOXX täglich.

Wegen einer Bronchitis wurde mir in den Ferien Keimax 400 mg (5 Einzeldosen) verschrieben.

Ich habe im Mund 2 grosse Aphthen (3 cm lang, 1 cm breit), dazu viele rote Pusteln vor allem an Beinen und Armen (zum Teil juckend). Mein Rheumatologe liess mir per Telephon ausrichten, ich solle den Mund mit Kamille spülen und 4 x 5 mg Folsäure pro Woche nehmen.

Nun las ich in Ihren Internetseiten, dass die Gabe von MXT in kleinen Portionen nicht günstig sei, was mich natürlich verunsichert.

Mein nächster Arzttermin beim Rheumatologen ist erst in einigen Tagen. Mein Hausarzt gab mir heute Betadine-Lösung und Kenacort A Orabase und empfahl, mit MXT 3x auszusetzen. Soll ich Folsäure weiter nehmen?

 

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 1.01.1970:

Aus der Ferne können, dürfen und wollen wir keine Empfehlungen zu einer individuellen Diagnose oder Therapie geben.

Allgemein kann man sagen, daß die Therapie von entzündlich-rheumatischen oder immunologischen Systemerkrankungen wieder rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) oder auch von Kollagenosen mit Methotrexat standardmäßig so erfolgt, daß die Methotrexat-Dosis (in der Regel 15 mg pro Woche, manchmal auch höher, manchmal auch niedriger) einmal pro Woche gegeben wird.

Alle Erfahrungen zur Wirksamkeit und auch zur Sicherheit und Verträglichkeit der Methotrexat-Therapie bei der Behandlung dieser Erkrankungen beziehen sich auf dieses Dosierungsschema.

Manche Patienten vertragen 15 mg Methotrexat als Einmaldosis nicht gut. Deshalb wird manchmal der Versuch unternommen, die Verträglichkeit von Methotrexat dadurch zu steigern, daß man es auf zwei Dosen aufteilt. In der Regel wird dann 7,5 mg heute und eine zweite Dosis von 7,5 mg am nächsten Tag gegeben.

Eine Aufteilung der Dosis auf 3 wöchentliche Dosen ist sehr ungewöhnlich und kann dazu führen, daß es zu Nebenwirkungen kommt, da Methotrexat in einem solchen Fall nicht 48 Stunden im Körper ist wie bei der einmaligen Gabe pro Woche, sondern je nach Aufteilung der Dosis bzw. je nach den Dosisintervallen praktisch jeden Tag im Körper ist.

In einem solchen Fall entwickeln sich typischerweise Schleimhautgeschwüre, z.B. im Mund (z.B. auch Aphthen) oder im Magen oder im Darm, weiterhin andere Methotrexat-Nebenwirkungen wie Haarausfall, da die Gewebe sich nicht mehr ausreichend regenerieren können, nicht zuletzt auch gefährliche Störungen der Blutbildung (Abfall der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) bis hin zu lebensgefährlichen Komplikationen.

Ein Rheumatologe kennt diese Komplikationen; warum Ihr behandelnder Rheumatologe in Ihrem speziellen Einzelfall von der üblichen Behandlungsweise abweicht, muß von sehr individuellen Bedingungen abhängen.

Aus der Ferne können wir die individuelle Situation nicht beurteilen. Der Rat ist allerdings, sofort mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufzunehmen, die Therapie und die aufgetretenen Komplikationen zu besprechen, sicherheitshalber solange mit der Methotrexat-Therapie zu pausieren und auf jeden Fall die Folsäure in hochdosierter Form weiter einzunehmen, da Folsäure ein Gegenspieler von Methotrexat ist und dazu führt, daß sich die Methotrexat-bedingten Nebenwirkungen mit Pause der Methotrexatgabe rasch zurückbilden.

Keywords: Methotrexat * Mtx * Dosierung * Dosisintervall * Nebenwirkungen * Therapiekomplikationen * Sicherheit * Verträglichkeit

 

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