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Fragen und Antworten

Eine Frage von Cornelia B.:

Ich leide seit fast zwei Jahren an einer Sakroiliitis. Ich hatte alle Spritzen und Infusionen erhalten und war sogar den ganzen Februar 04 in der Reha.

Vor einem halben Jahr ging es einigemaßen, und ich konnte wieder arbeiten. Doch es ging nicht lange, da waren die Schmerzen und Symptome wieder da.

Seither wurde ich nur mit Enbrel gespritzt. Mit Pausen dazwischen.

Mein Arzt ist der Meinung, nur das helfe, plus das tägliche Laufen oder die Ballgymnastik. Sonst hilft nichts.

 

Aber ich mag und kann so nicht mehr...

 

Jetzt wollte ich Sie fragen, ob Sie mir einen Rat geben können, oder ob es tatsächlich so ist, dass nur die Spritze helfen kann?

Wie ist es mit Craniosakraltherapie, anderen Medikamenten?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 5.10.2004:

Sie werden verstehen, daß wir aus der Ferne keine Empfehlungen oder Ratschläge zu einer individuellen Diagnose oder Therapie geben können und dürfen.

Allgemein kann man sagen, daß eine Therapie mit TNF-alpha-Blockern bei den meisten Patienten mit einer Sakroileitis sehr wirksam ist. Allerdings wirkt diese Behandlung bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten nur so lange, wie die Spritzen regelmäßig verabreicht werden. Wenn man die Therapie beendet, kommt es bei etwa 90% der Patienten wieder zu erneuten Beschwerden.

Auch ist es möglich, daß durch die langwirksame und krankheitskontrollierende Therapie mit einem TNF-alpha-Blocker wie Enbrel zwar verhindert wird, daß die Erkrankung fortschreitet, die Beschwerden aber trotzdem nicht durchgängig und andauernd vollkommen verschwunden sind. In solchen Fällen ist es sinnvoll, die Enbrel-Therapie mit einem cortisonfreien Entzündungshemmer zu ergänzen. Dabei verfolgen wir selber die Strategie, daß der Patient selber entscheidet, wann er ein solches Medikament zusätzlich benötigt und wann nicht (natürlich muß dazu ein Rahmen vorgeben werden, d.h. beispielsweise die Angabe einer Höchstdosis, damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen oder anderen Problemen kommt).

Krankengymnastik (Physiotherapie) und andere sogenannte physikalische Therapiemaßnahmen gehören zu den flankierenden Behandlungen. Allein durch Physiotherapie oder auch kraniosakrale Therapie läßt sich ein entzündlich bedingter Schmerz bei den meisten Patienten nicht ausreichend kontrollieren, so daß bei ihnen eine entsprechende entzündungshemmende medikamentöse Therapie zusätzlich notwendig ist.

Auf der TIZ-Homepage gibt es auf den Seiten zur rheumatoiden Arthritis und zur Psoriasis-Arthritis eine ganze Menge von Infos darüber, wie die heutigen Therapiestrategien bei diesen Krankheitsbildern aussehen. Die wesentlichen Punkte lassen sich auf die Therapie einer Sakroileitis übertragen.

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