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Fragen und Antworten

Eine Frage von Gerd H.:

Ich bekomme seit mehreren Monaten Enbrel verordnet. Die Vergabe erfolgt 2x wöchentlich subkutan.

 

Anfänglich gingen meine Schmerzen schnell zurück, man könnte fast sagen, mit "highspeed", und ich war einigermaßen froh, die einfachsten Dinge im Leben verrichten zu können, und das beginnt am Morgen mit dem Gang zur Toilette, was vor dieser Basistherapie unmöglich war, zumindest nur unter starkem Medikamentenkonsum mittels Cortisons.

 

Leider plagten mich zunehmendst Schwindelgefühle, Angst und Panikattacken, vor allem dann, wenn viele visuelle Reize auf den Körper bzw. durch Wahrnehmung aus dem gesellschaftlichen Leben (Straßenverkehr, Supermarkt, Stresssituationen) aufgenommen und im ZNS verarbeitet werden mussten. Ich traute mich kaum noch aus dem Haus und konnte aber diese Symptome nach Absprache mit meinem Hausarzt mit Diazepam kompensieren.

 

Vor der Weihnachtszeit habe ich kein Enbrel und MTX mehr genommen, habe kaum noch etwas gegessen außer Obst und viel getrunken, um den Körper etwas zu entschlacken.

 

(nehme seit 3 Jahren Medikamente, seit 2 Jahren MTX und seit 1 Jahr Enbrel).

 

Jetzt sind die o.g. Symptome kaum noch vorhanden. Gibt es da schon wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse oder fachliche Studien?

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 8.02.2004:

Leider kann es unter der Behandlung mit TNF-alpha-Blockern zu solchen zentralnervösen Nebenwirkungen kommen, wie sie von Ihnen beschrieben werden. In manchen Fällen hilft es, die Dosisintervalle zu strecken, z.B. Enbrel nicht mehr zweimal in der Woche zu spritzen, sondern nur noch einmal, oder alle 5 Tage etc. Wenn sich dadurch die Wirkung von Enbrel erhalten läßt, hat man eine tragfähige Lösung gefunden. Wenn unter der Verlängerung der Injektionsintervalle allerdings die Wirkung nicht ausreicht, wird die Situation schwierig. Manchmal ist dann aber eine Kombinationstherapie eine Möglichkeit, die Erkrankung ausreichend zu kontrollieren, beispielsweise in der Kombination von Enbrel mit Mtx, und gleichzeitig eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

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