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Therapie einer Spondarthritis mit Remicade: Mit oder ohne MTX?

Frage aus der Kategorie: Fragen an die Experten
Eine Frage von Nicole N.:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe MB, aber das wissen Sie nun eh schon, die Behandlung wurde letztes Jahr mit Remicade begonnen, im Juni wurde umgestellt auf Enbrel, und seit Feb. diesen Jahres bekomme ich wieder Remicade.

Meine Frage: Bei meiner ersten Zeit, als ich Remicade bekommen habe, musste ich MTX dazu nehmen. Seit ich sie jetzt wieder bekomme, sollte ich jetzt kein MTX mehr dazu bekommen. Soll nun MTX dazu gegeben werden oder nicht?

Wegen der Intoleranz!

Und meine zweite Frage: Ich soll bald wegen einer Leistenhernie operiert werden! Muss etwas beachtet werden wegen Remicade?

Man hört oft von einer Antibiotikavorbehandlung. Und wann kann ich nach der

Op wieder mit Remicade weiter machen? Bitte wenn sie mir das so schnell wie

möglich beantworten könnten!

Mit bestem Dank im Voraus

Die Antwort gibt Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer, 22.07.2005:

 

Therapie einer Spondarthritis mit Remicade: Mit oder ohne MTX?

Bei einer Spondarthritis muß die Remicade-Therapie nicht mit Methotrexat kombiniert werden, weil es bei diesem Krankheitsbild – anders als bei der rheumatoiden Arthritis – nicht so häufig zum Auftreten von Autoantikörpern kommt und damit auch das Risiko für eine Bildung von HACA´s nicht so hoch ist. HACA´s sind humane antichimäre Antikörper, d.h. Antikörper gegen den in Remicade enthaltenen Mausanteil, die sich ihrerseits als ein Antikörper auf den Antikörper setzen und damit die Wirkung von Remicade aufheben.

Allerdings gibt es im Einzelfall auch die Strategie, auch bei einer Spondarthritis die Remicade-Therapie mit MTX zu kombinieren. Das hängt dann von der besonderen Situation bei einem einzelnen Patienten ab.

Vorgehen bei einer geplanten Operation unter einer Therapie mit Remicade

Es gibt keine allgemeingültigen Empfehlungen, wie bei einer geplanten Operation unter einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern vorzugehen ist. Wir selber orientieren uns an den Empfehlungen, die auf den Ergebnissen einer relativ jungen Studie beruhen. Danach sollte bei geplanten Operationen der Eingriff so gelegt werden, dass ein Abstand von etwa 4-6 Wochen zur letzten Remicade-Infusion besteht. Allerdings ist eine Leistenbruch-Operation ein vergleichsweise kleiner Eingriff mit einem vergleichsweise niedrigen Infektionsrisiko. Deshalb kann man hier im Einzelfall u.U. auch anders vorgehen. Die Remicade-Therapie kann im Normalfall dann wieder fortgeführt werden, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist und es dabei keine Probleme gegeben hat.

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