Was unterscheidet Humira von anderen TNF-alpha-Blockern?

Adalimubab (Humira) ist der erste vollständig humane monoklonale Antikörper gegen TNF-alpha, d.h. die Substanz ist zu 100% mit menschlichen Proteinen (Eiweißstoffen)  identisch und enthält keine tierischen Bestandteile.

Die Entwicklung des Antikörpers erfolgte mit Hilfe der sogenannten Phagen-Display-Technik, einem revolutionären molekularbiologischen Verfahren. Großtechnisch geschieht die Herstellung von Adalimumab in Zellkulturen aus Eierstockszellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen). Diese Methode wird auch bei der Herstellung von anderen biotechnologischen Medikamenten verwendet und gilt heute als gut etabliertes und sicheres Verfahren.

In der Vergangenheit wurden monoklonale Antikörper oft in der Maus produziert. Produktionstechnisch bedingt waren deshalb in diesen Antikörpern neben den menschlichen Anteilen Mausbestandteile enthalten, und werden daher nach den Chimären (Fabelwesen in der griechischen Sage, die halb Tier, halb Mensch sind) auch als chimäre Antikörper bezeichnet. Der menschliche Körper bildet seinerseits Antikörper, die als HACAs (humane antichimäre Antikörper) bezeichnet werden.

HACA sind bei der medikamentösen Therapie mit solchen chimärischen Antikörpern zum einen für einige der möglichen Nebenwirkungen dieser Substanzen verantwortlich.

Zum anderen setzen sich im Fall von chimärischen monoklonalen Antikörpern gegen TNF-alpha (chimärische TNF-alpha-Blocker) die HACA auf die Bindungsstelle für TNF-alpha  und blockieren nun ihrerseits die Bindung von TNF-alpha an den therapeutisch eingesetzten Antikörper, d.h. sie machen das Medikament unwirksam.

Im Verlauf der Therapie mit einem chimären Antikörper erkennt man die Bildung von HACA in der Regel daran, daß die Dosis des Medikaments immer stärker erhöht werden muß und / oder die Abstände zwischen den Verabreichungen, z.B. den Infusionen des Antikörpers, immer kürzer werden müssen, um noch dieselbe Wirkung wie vorher zu erzielen. Bei einem vollständig humanen Antikörper wie Adalimumab (Humira) tritt diese Problematik, wie wir sie von den früheren Substanzen her kennen, nicht mehr auf.

 

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