Neu: Sicherheits-Monitoring der rheumatoiden Arthritis unter einer MTX-Therapie (SIMORA)

Dienstag, 14.02.2012 20:05 Alter: 9 yrs

Neu: Sicherheits-Monitoring der rheumatoiden Arthritis unter einer MTX-Therapie (SIMORA)

Kategorie: Behandlung, Methotrexat
, Alexander Langer

Als neuen Service für unsere User haben wir ein neuartiges Sicherheits-Monitoring entwickelt, mit dem Patienten unter einer Methotrexat-Therapie die Sicherheit Ihrer Therapie dokumentieren und Entscheidungen des Arztes nachvollziehen und verstehen lernen können. Das neue Programm ist nahtlos in unser bestehendes Online-Monitoring der rheumatoiden Arthritis (OMORA) und in das Schmerztagebuch integriert. Dank dieser Programme sind Patienten in der Lage, den Verlauf Ihrer Erkrankung und Ihrer Therapie unkompliziert über Jahre hinweg verfolgen.

SIMORA, OMORA und das Schmerztagebuch ermöglichen ein Verlaufsmonitoring der eigenen Erkrankung über Jahre hinweg.

Vier Flaggen von rot bis grün geben ein prägnantes visuelles Feedback zu den eingegebenen Werten.

Hintergrund

Von enormer Bedeutung für die Therapiesicherheit einer Behandlung mit Methotrexat (MTX) sind engmaschige Kontrollen und Blutuntersuchungen. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt in den ersten vier Wochen nach Beginn der Behandlung wöchentliche, im zweiten und dritten Monat 14-tägige, danach vierwöchentliche Blutuntersuchungen. Sobald Anzeichen einer Unverträglichkeit von MTX auftreten, muß die Therapie unverzüglich angepasst und manchmal sogar abgebrochen werden. 

Dies erfordert eine regelmäßige, strukturierte Überwachung des Krankheitsverlaufs und eine ständige Kontrolle der Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente durch erfahrene Spezialisten, die aber wegen der rheumatologischen Unterversorgung in Deutschland nicht immer allen Betroffenen in dem notwendigen Umfang zur Verfügung stehen. Aus verschiedenen Gründen, beispielsweise unverhältnismäßig langen Anfahrtswegen zum Rheumatologen, ist es gängige Praxis, daß die engmaschigen Untersuchungen und Laborkontrollen durch den Hausarzt des Patienten erfolgen, bei dem der Patient in engen Abständen gemäß den Empfehlungen der DGRh vorstellig wird. In manchen Fällen sieht der Rheumatologe die Ergebnisse dieser engmaschigen Blutuntersuchungen jedoch erst dann, wenn sie der Patient beim nächsten Kontrolltermin nach einigen Wochen oder Monaten mitbringt. Die Überwachung der Sicherheit der MTX-Therapie liegt also auch in der kritischen Zeit zu Beginn der Behandlung in der täglichen Praxis häufig über Wochen und Monate hinweg gar nicht in den Händen des behandelnden Spezialisten, dem Rheumatologen, sondern in den Händen des Allgemeinmediziners vor Ort. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auf der anderen Seite immer deutlicher, daß dabei gerade bei den schweren, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis der qualifizierten Mitbehandlung und Verlaufsüberwachung des Patienten durch einen erfahrenen Rheumatologen eine zentrale Rolle zukommt.

Der mündige Patient von heute, darunter die meisten rheuma-online-Besucher, legt vor diesem Hintergrund großen Wert darauf, daß die Sicherheit seiner Therapie garantiert ist. Zum einen möchte man sicher sein, daß alles in Ordnung ist und Nebenwirkungen, sollten sie auftreten, rechtzeitig erkannt werden können, indem der Rheumatologe über auftretende Unregelmäßigkeiten unverzüglich informiert und konsultiert wird. Zum anderen möchte ein aufgeklärter Patient, der sich für seine Erkrankung und Therapie interessiert, Entscheidungen des Rheumatologen bezüglich einer Anpassung der Dosis oder der Absetzung des Medikaments nachvollziehen und verstehen.

Das SIMORA-Programm

Mit dem Projekt eines Sicherheits-Monitoring-Programms (SIMORA) betritt rheuma-online Neuland. Die dahinterstehende Idee ist, dem Patienten eine Möglichkeit an die Hand zugeben, seine Erkrankung zu dokumentieren, die Ergebnisse der regelmäßigen Untersuchungen zu verstehen und somit die Hintergründe, die zu Entscheidungen der behandelnden Ärzte führen, zu kennen. Wir sind davon überzeugt, daß ein aufgeklärter Patient, der seine Erkrankung und Therapie versteht, proaktiv auf Veränderungen reagieren und zum Erfolg und zur Sicherheit seiner Therapie beitragen kann. Zu diesem Zweck soll es das Sicherheits-Monitoring-Programm auf unkomplizierte Weise ermöglichen, die Ergebnisse von Blutuntersuchungen zumindest grob einzuschätzen lernen. Vier Flaggen mit den Farben grün, gelb, orange und rot ermöglichen ein prägnantes visuelles Feedback auf die aktuell eingegebenen Werte. Das visuelle Feedback und die ausführlichen Kommentare des Programms haben weiterhin die Intention, dem Patienten eine Hilfestellung zu geben, ob es ratsam sein könnte, seinen behandelnden Rheumatologen zu konsultieren und mit ihm über mögliche Risiken und gegebenenfalls die Modifikation der laufenden Therapie zu sprechen.

Mit Hilfe des integrierten OMORA-Programms und des Schmerztagebuchs soll ein Patient darüber hinaus in der Lage sein, in regelmäßigen Abständen den Verlauf der Erkrankung und die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen und somit über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen, wie sich die Erkrankung entwickelt hat, ob sie ausreichend kontrolliert ist und ob die Entwicklung der Erkrankung dazu Anlass gibt, die laufende Behandlung zu überdenken.

Wer kann SIMORA nutzen?

SIMORA ist speziell für Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis entwickelt worden, die mit Methotrexat (MTX) behandelt werden. Das Programm richtet sich primär an Patienten, die ganz neu auf MTX eingestellt werden oder kürzlich wurden, empfiehlt sich aber genauso für Patienten, die schon über Jahre hinweg mit MTX behandelt werden.

Einen geringeren Aussagewert hat SIMORA bei anderen, chronisch verlaufenden entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mit einem ähnlichen Verlauf und einer ähnlichen Gelenkbeteiligung, z.B. bei einer Psoriasisarthritis (Gelenkbeteiligung bei der Schuppenflechte) mit polyartikulärem Befallsmuster.

Wie läuft das Sicherheits-Monitoring praktisch ab?

SIMORA wurde so konzipiert, daß es der Patient selber zu Hause am PC oder zusammen mit seinem Hausarzt oder dem Sprechstundenpersonal in der Praxis nutzen kann. In der Regel nutzen unsere User SIMORA von zu Hause aus.

Um SIMORA nutzen zu können, bitten Sie Ihren Hausarzt und/oder Rheumatologen um Kopien der Laborergebnisse der Blutuntersuchungen. Diese übertragen Sie dann in das Programm, wofür eine einfach aufgebaute Eingabemaske zur Verfügung steht, die sich am Format des Ausdrucks von Laboruntersuchungen orientiert und eine schnelle Übertragung der Werte ermöglicht. Erklärungen und bebilderte Beispiele helfen Ihnen bei eventuellen Fragen zur Eingabe der Daten.

SIMORA funktioniert am zuverlässigsten, wenn Sie die Ergebnisse der Laboruntersuchungen unverzüglich, d.h., am besten am gleichen Tag, nachdem Sie auch dem Arzt vorliegen, eingeben.

SIMORA kann online direkt im Webbrowser genutzt werden; die Daten werden online ausgewertet. Bereits nach der ersten Eingabe von Laborwerten erfolgt eine Auswertung, ein visuelles Feedback und gegebenenfalls eine Kommentierung der Ergebnisse. Dies ermöglicht dem Patienten, die Laborbefunde zu verstehen, die Sicherheit der Methotrexat-Therapie nachzuvollziehen und somit Entscheidungen der behandelnden Ärzte zu verstehen. Zusätzlich werden die Testergebnisse elektronisch gespeichert und ermöglichen über Jahre hinweg eine ausführliche und detaillierte Verlaufsdokumentation Ihrer Erkrankung.

Diese Daten sind ausschließlich über einen persönlichen Benutzernamen und ein persönliches Kennwort zugänglich. Registrierung und Nutzung des Programms sind selbstverständlich kostenlos. Ermöglicht wird dies durch die freundliche finanzielle Unterstützung der medac GmbH bei der Entwicklung und Bereitstellung dieses Services, ohne die eine Umsetzung des Sicherheits-Monitorings nicht möglich gewesen wäre. Für die Inhalte und die Funktion des Monitoring-Programms ist rheuma-online allein verantwortlich.

Zum Sicherheits-Monitoring (SIMORA)

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