Sulfasalazin in der Kinderrheumatologie

Die medikamentösen Therapiestrategien in der Kinderrheumatologie unterscheiden sich immer weniger von den Vorgehensweisen bei der Behandlung von Erwachsenen mit rheumatischen Erkrankungen, wenn man von der speziellen Situation des z.T. anderen kindlichen Stoffwechsels mit anderen Dosierungen und von der besonderen Problematik der Therapie eines wachsenden Organismus einmal absieht.

So verwenden die Kinderrheumatologen in gleicher Weise wie die Erwachsenenrheumatologen als langwirksame antirheumatische Medikamente schon länger solche Substanzen wie Chloroquin, intramuskuläres Gold oder Methotrexat. Eine Spezialität der Kinderrheumatologie war in der Vergangenheit der vergleichsweise häufige Einsatz von Zytostatika ("Krebsmittel") wie Cyclophosphamid (Endoxan) oder Chlorambucil (Leukeran). Dies ergab sich aber daraus, dass die schwerste Form des Kinderrheumas, die systemische Form der juvenilen Arthritis oder der M. Still, durch andere Präparate oft gar nicht oder nicht ausreichend zu beherrschen war, die z.T. über lange Zeit notwendige hochdosierte Cortisontherapie selber zu schwersten Nebenwirkungen führte und die Erkrankung dennoch häufig zu schwerster Behinderung, schwersten Organbeteiligungen und nicht selten zum Tod der Kinder und Jugendlichen noch vor ihrem 20. Lebensjahr führte.

Durch die modernen Therapiekonzepte und insbesonders auch völlig neue Medikamente, u.a. auch die TNF-alpha-Hemmer wie Etanercept (Enbrel), hat sich glücklicherweise auch in der Behandlung von schwer rheumakranken Kindern die Situation entscheidend verbessert.

Ebenfalls eine entscheidende Verbesserung auch bei der Behandlung der weniger schweren Verläufe ist die Einführung von Sulfasalazin zur Behandlung der juvenilen chronischen Arthritis.

Sulfasalazin hat speziell für die Kinderrheumatologie neben der vergleichsweise guten Verträglichkeit den speziellen Vorteil, dass es keine negativen Auswirkungen auf das Längenwachstum hat.

Eine neue Tablettenform (Sulfasalazin medac) ist kleiner als die bisherigen Sulfasalazin-Tabletten und wird nach meiner eigenen Erfahrung von den Kindern deutlich bevorzugt.

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