Das online-Monitoring-Programm von rheuma-online

Mit dem Projekt eines online-Monitoring-Programms betritt rheuma-online Neuland. Die dahinterstehende Idee ist, einfache, in der rheumatologischen Praxis erprobte Instrumente in eine online-Version so umzusetzen, dass sie auch ein rheumatologisch nicht versierter Arzt oder auch ein Patient für sich selber einsetzen kann und dadurch zumindest einen Anhalt bekommt, ob eine hohe oder lediglich eine niedrige Krankheitsaktivität seiner Erkrankung vorliegt und wie seine Krankheitsaktivität im Vergleich zu anderen einzustufen ist. Dasselbe gilt für die Folgen der Erkrankung, insbesondere die durch die Krankheit bedingten Einschränkungen im täglichen Leben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben inzwischen sehr gut nachgewiesen, dass gerade die so genannte funktionelle Kapazität für den zukünftigen Verlauf und die Prognose der Erkrankung eine zentrale Rolle spielt und bei der chronischen Polyarthritis beispielsweise für den Ausgang der Erkrankung wichtiger ist als der Nachweis des Rheumafaktors im Blut.

Die entsprechenden Teste sollten es ermöglichen, die aktuelle Aktivität und die Schwere der rheumatischen Erkrankung zumindest grob abzuschätzen, und dienen in erster Linie dazu, einen Anhalt dafür zu geben, ob die Erkrankung ausreichend wirksam behandelt ist oder ob eine Änderung und Intensivierung der Therapie notwendig ist. Sie haben weiterhin die Intention, dem Patienten eine Hilfestellung zu geben, ob es notwendig ist, seinen Arzt aufzusuchen und mit ihm über die Einleitung einer neuen Therapie oder die Modifikation der laufenden Therapie zu sprechen, und sind auch als Instrument für einen nicht-rheumatologisch spezialisierten Arzt gedacht, mit dem er bei seiner Entscheidung unterstützt wird, ob er den Patienten zu einem Fachrheumatologen überweisen sollte oder ob es ausreichend ist, wenn er die Behandlung in eigener Regie durchführt. Dies ist vor dem Hintergrund wichtig, dass in Deutschland spezialisierte Rheumatologen nicht in ausreichender Anzahl vorhanden sind und nur eine begrenzte Anzahl von Patienten betreuen können. Nicht nur wegen der langen Wartezeiten ist es damit sehr wichtig, ein zumindest grobes Screening-Instrument zu besitzen, mit dem man wenigstens annähernd herausfiltern kann, welcher Patient der rheumatologischen Mitbetreuung unbedingt bedarf und bei wem u.U. auch auf eine rheumatologische Vorstellung verzichtet werden kann.

Die Tests sollten darüber hinaus in der Lage sein, mit geeigneten Instrumenten in regelmäßigen Abständen den Verlauf der Erkrankung und die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen und auch im Verlauf eine Aussage dazu ermöglichen, ob die Erkrankung ausreichend kontrolliert ist oder ob die Entwicklung der Erkrankung dazu Anlass gibt, die laufende Behandlung zu überdenken.

Die Tests sind außerdem so konzipiert, dass sie auch in der rheumatologischen Spezialpraxis oder in anderen spezialisierten rheumatologischen Versorgungseinrichtungen für die standardisierte Verlaufsdokumentation und das Qualitätsmanagement eingesetzt werden können. Dafür steht eine Spezialversion zur Verfügung, die eigens für diese Anwendung entwickelt wurde und neben dem Standardmonitoring einige weitere Tools und Elemente enthält, die dem Rheumatologen u.a. bei Bedarf auch solche zusätzliche Verlaufskriterien wie die ACR-20-, ACR-50- oder ACR-70-Response an die Hand geben.

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