online-Monitoring der funktionellen Kapazität bei der chronischen Polyarthritis (rheumatoiden Arthritis): Der elektronische Health Assessment Questionnaire online (eHAQ-online)

Dieser Test ermittelt auf der Basis eines Instruments zur Messung der funktionellen Kapazität, dem sogenannten Health Assessment Questionnaire (HAQ), in einer von uns entwickelten elektronischen Version ("eHAQ") einen Index für das Ausmass der aktuellen Behinderung durch die rheumatoide Arthritis im täglichen Leben. Die Funktionskapazität ist einer der wesentlichen sogenannten ?outcome-Parameter? bei der rheumatoiden Arthritis und für die Prognose aussagekräftiger als z.B. die Höhe des Rheumafaktors im Blut. Die Funktionskapazität ist zwar etwas auch von der Krankheitsaktivität abhängig; im Gegensatz zur aktuellen Krankheitsaktivität ist die Funktionskapazität aber mehr ein Maß über die Folgen der Erkrankung. Um das Feuerbild aufzugreifen: Die Funktionskapazität gibt mehr als die aktuelle Krankheitsaktivität einen Anhalt dafür, welche Schäden der Brand bereits angerichtet hat, oder noch besser, in welchem Umfang das betroffene Gebäude wegen des Feuers zu nutzen ist und in welchem Umfang nicht. Die Funktionskapazität hängt eng mit bereits eingetretenen Schäden zusammen, ist damit aber nicht gleichbedeutend. So ist es möglich, dass bei einem Patienten trotz fehlender, im Röntgenbild nachweisbarer Schäden die Funktionskapazität sehr niedrig ist, z.B. wegen starker Schmerzen. Andererseits kann auch bei starken Veränderungen im Röntgenbild die Funktionskapazität sehr gut sein. Weiterhin bedeutet eine schlechte Funktionskapazität nicht, dass sich diese nicht durch eine gute Therapie nicht auch wieder verbessern lässt. Allerdings ist eine schlechte Funktionskapazität in der Regel ein wichtiger Hinweis auf einen prognostisch ungünstigen Verlauf der rheumatoiden Arthritis. Patienten mit einer schlechten funktionellen Kapazität benötigen deshalb in aller Regel eine intensive fachrheumatologische Betreuung noch mehr als Patienten mit einer hohen Krankheitsaktivität (was nicht bedeutet, dass diese eine intensive fachrheumatologische Betreuung nicht benötigen; die Erfahrung zeigt aber, dass eine hohe Krankheitsaktivität außerhalb von fachrheumatologischen Versorgungssystemen meistens nicht so stark unterschätzt wird wie eine hohe Einschränkung der Funktionskapazität).

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