Welche Vorsichtsmaßnahmen und speziellen Hinweise sind zu beachten?

Um sicher über die voraussichtliche Verträglichkeit der Stolleneinfahrten entscheiden zu können, wird vorher eine ärztliche Untersuchung durch die Ärzte am Heilstollen oder durch Kurärzte im Gasteiner Tal durchgeführt. Zur Sicherheit der Patienten wird jede Einfahrt in den Heilstollen medizinisch begleitet.

Vor Beginn einer Heilstollen-Kur werden die Patienten ärztlich untersucht. Bildnachweis: Gasteiner Heilstollen.

Ein wesentlicher Wirkmechanismus der Gasteiner Heilstollen-Behandlung ist die Kombination der Radon-Inhalations-Therapie mit einer milden Hyperthermie in Anwesenheit von hoher Luftfeuchtigkeit. Dies bedeutet aber, daß die Therapie im  Heilstollen mit einer gewissen Belastung von Herz und Kreislauf verbunden ist.

Vorsicht ist deshalb bei Patientinnen und Patienten geboten, bei denen es wegen schwererer Vorerkrankungen oder unzureichend behandelter Begleiterkrankungen unter einer verstärkten Herz-Kreislauf-Belastung zu Problemen kommen kann.

Dazu gehören vor allem

     

  • schwerere Erkrankungen des Herzens oder der Herzkranzgefäße (höhergradige Formen von Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) oder von koronarer Herzkrankheit (höhergradige Verengungen oder Verschlüsse von Herzkrankgefäßen, durchgemachte Herzinfarkte), schwerere Herzrhythmusstörungen
  • medikamentös nicht ausreichend eingestellter Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) oder Neigung zu schwereren Entgleisungen des Blutdrucks unter Belastung
  • Verengungen von Gehirnarterien
  • höhergradige einschränkungen der Nierenfunktion
  • Störungen bei der Thermoregulation des Organismus, d.h. eine unzureichende Fähigkeit des Körpers, auf eine erhöhte Wärmezufuhr von außen entsprechend zu reagieren (z.B. durch Weitstellung der Gefäße, Schwitzen etc). Andererseits ist die Heilstollentherapie eine Behandlungsmaßnahme, damit Patienten mit einer gestörten Thermoregulation wieder zu einer geregelten Thermoregulation zurückfinden. Beispielsweise erlernen Patienten mit Neurodermitis im Stollen wieder das Schwitzen, und übermäßig Schwitzende kommen zum normalen Schwitzen zurück. Insofern muß hier in jedem Einzelfall entschieden werden, ob eine Heilstollenbehandlung möglich ist oder ob sie sogar eine wesentliche Behandlungsanzeige („Indikation“) darstellt.

 

Berücksichtigt werden sollte außerdem, daß es sich bei der Heilstollen-Therapie um eine Behandlungsform handelt, bei der man mit speziellen Loren durch bergmännisch vorgetriebene Stollen tief in einen Berg einfährt. Deshalb wird eine Heilstollen-Therapie eher nicht bei Patienten mit schwerer Platzangst oder vergleichbaren Angststörungen in Frage kommen.

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