Wirkungseintritt

Die langwirksamen Antirheumatika brauchen alle eine gewisse Zeit, bis sie wirken. Diese Zeit ist bei den einzelnen Substanzen unterschiedlich. Es gibt langwirksame Antirheumatika, die schneller wirken, z.B. Methotrexat (z.B. Lantarel) und solche, die für den endgültigen Wirkungseintritt lange oder sogar sehr lange brauchen. Zu diesen Medikamenten gehört z.B. das intramuskulär verabreichte Gold (z.B. Tauredon) oder Azathioprin (z.B. Imurek). So kann bei den Goldsalzen bei einigen Patienten endgültig erst nach etwa einem halben Jahr Therapiedauer entschieden werden, ob die Behandlung eine Wirkung zeigt oder nicht, bei Azathioprin manchmal sogar erst noch viel später. Das Unangenehme bei der langwirksamen antirheumatischen Therapie besteht darin, dass auf der anderen Seite unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) sofort eintreten können. Die Situation von Patient und Arzt ist damit bei der "Basistherapie" vergleichbar mit der Reise von Entdeckern auf einem Segelschiff, die ein klares Ziel vor Augen haben, aber mehr oder weniger lange brauchen, bis sie dort angekommen sind. Die Reise zu den neuen Ufern kann dabei zügig und völlig problemlos verlaufen. Auf dem Wege dahin kann andererseits aber auch viel passieren, was vorher nicht immer vorhersehbar ist. So kann man zwar bei der Planung der Reise auf manches Bekannte zurückgreifen und z.B. abschätzen, ob mit starken Stürmen oder anderen Unwägbarkeiten zu rechnen ist. Letztendlich ist es aber auch in der günstigsten Jahreszeit nicht sicher, dass man nicht doch in einen schweren Sturm kommt, der das Schiff und seine Mannschaft ernsthaft in Gefahr bringt. Auch ist im voraus nie ganz sicher, ob man das angestrebte Ziel wirklich erreicht, oder ob man aus den verschiedensten Gründen die Zielplanung ändern muss.

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