Nekrotisierende Vaskulitis

(lat. vasculum = Gefäß, -itis = Entzündung, nekrotisierend = Nekrose machend, Nekrose = abgestorbenes Gewebe). Unter einer Vaskulitis versteht man eine Entzündung eines Gefäßes. Bei einer Gruppe von Vaskulitis-Erkrankungen geht diese Entzündung mit einer Zerstörung der Gefäßwände von Arterien (Schlagadern) und einem Verschluß dieser Gefäße einher. Die wichtigsten Erkrankungen aus dieser Krankheitsgruppe sind der Morbus Wegener, die mikroskopische Polyangiitis, die Panarteriitis nodosa und das Churg-Strauss-Syndrom.

Durch die Zerstörung der Gefäßwand und durch den Verschluß der Gefäßöffnung wird das von diesem Gefäß versorgte Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet. Die Folge ist ein Infarkt. Im Versorgungsgebiet der betreffenden Arterie stirbt das Gewebe ab, es bildet sich eine sogenannte Nekrose. Weil die Vaskulitis zu Nekrosen von Geweben führt, spricht man in diesen Fällen von einer nekrotisierenden Vaskulitis. Bei einer nekrotisierenden Vaskulitis kleiner und kleinster Gefäße sind diese Infarkte sehr klein; da in den Organen oder anderen betroffenen Strukturen aber viele kleine Gefäße betroffen sein können, sind ebenfalls erhebliche Organschädigungen und Funktionsausfälle möglich. In der Regel verlaufen aber Infarkte als Folge von Vaskulitiden, die größere und große Gefäße befallen, dramatischer und führen auch zu größeren Schäden. Sie gehen z.T. auch mit akut lebensdrohlichen Komplikationen einher (z.B. Herzinfarkte, Lungeninfarkte, Gehirninfarkte).

Grundsätzlich sind alle nekrotisierenden Vaskulitiden, d.h. auch solche mit dem Befall von kleinen Gefäßen, sehr gefährliche Erkrankungen, die einer aggressiven Therapie und einer speziellen Erfahrung in der Behandlung bedürfen. Nekrotisierende Vaskulitiden sind glücklicherweise relativ seltene Erkrankungen. Dies führt allerdings dazu, daß viele Ärzte in ihrer beruflichen Tätigkeit noch keinen oder nur sehr wenige Patienten mit einer solchen Erkrankung gesehen haben. Damit fehlt oft die entsprechende Routine bei der Früherkennung, weitergehenden Diagnostik und Differentialdiagnostik und in der Therapie. Es kann damit nur dringend geraten werden, bei dem geringsten Verdacht auf das Vorliegen einer nekrotisierenden Vaskulitis einen Spezialisten (internistischer Rheumatologe mit spezieller Erfahrung in der Vaskulitis-Diagnostik und Vaskulitis-Therapie) heranzuziehen.

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