Sicherheit von Immunosporin bei Langzeit-Anwendung

Wenn Ciclosporin über längere Zeiträume und in höherer Dosierung eingenommen wird, kann es zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommen. Dieses Risiko ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und hängt von genetischen Faktoren, dem Alter, möglichen Begleiterkrankungen, anderen Risikofaktoren und einer möglichen Therapie mit anderen Medikamenten (Begleitmedikation) ab. Bei der Anwendung von Ciclosporin in der Rheumatologie wird diese Nebenwirkung bei etwa 20-30% der Patienten beobachtet (Maerker-Herrmann 2004).

Unter der Therapie mit Immunosporin sind deshalb regelmäßige Kontrollen notwendig (vgl. dazu das entsprechende Kapitel „Sicherheitsmonitoring unter einer Therapie mit Immunosporin“). Gegebenenfalls wird eine Anpassung der Dosis oder im Einzelfall auch ein Absetzen der Ciclosporin-Therapie notwendig. Dazu wurden internationale Empfehlungen erarbeitet.

Wichtig ist, daß nach den vorliegenden, umfangreichen Erfahrungen aus der Anwendung von Ciclosporin auch im Langzeitverlauf keine bleibenden Organschäden auftreten, wenn entsprechende Veränderungen durch das Sicherheitsmonitoring frühzeitig erkannt werden und angemessen darauf reagiert wird. Insbesondere zeigen entsprechende Studien keine bleibenden Einschränkungen der Nierenfunktion, wenn rechtzeitig eine Dosisanpassung der Ciclosporin-Therapie erfolgt.

So zeigen alle Studien, daß es ohne einen Anstieg der Nierenwerte (Serum-Kreatinin) bislang niemals strukturelle Nierenveränderungen gegeben hat, d.h. nachweisliche Schädigungen des Organs.

Insgesamt sind irreversible strukturelle Nierenschädigungen sehr selten und kommen bei weniger als 1% aller Patienten und praktisch nur bei hohen Dosierungen vor (Maerker-Hermann 2004). Als Schwellenwert für das Risiko von bleibenden Nierenschädigungen wird dabei eine Dosis von über 5.5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht angegeben (ebd.).

Weitere Risiken für eine mögliche Nierenschädigung („renale Schädigung“) durch Ciclosporin sind neben der Dosis insbesondere (Krüger 1998):

     

  • Höheres Alter
  • Anstieg des Serum-Kreatinins über 50% gegenüber dem Vorwert vor Therapie
  • Auftreten einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) unter Therapie

Die funktionellen Nierenveränderungen, wie sie z.B. bei einem Anstieg des Serum-Kreatinins von mehr als 130% vom Ausgangswert möglich sind, sind vollständig rückbildungsfähig, wenn eine Dosisanpassung von Immunosporin erfolgt oder die Therapie ggf. ganz beendet wird (Rodriguez F et al. Arthritis & Rheumatism 1996; 39: 1491-1498, Feutren G et al. Br J Dermatol 1990; 198: 320-321).

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei Anwendung von immunsuppressiven Substanzen ist die Frage nach der Langzeitsicherheit im Hinblick auf die Entstehung von Tumoren, insbesondere auch im Hinblick auf sogenannte lymphoproliferative Erkrankungen (bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems).

Dazu zeigen alle Daten, daß unter einer Therapie mit Ciclosporin auch in der Langzeitanwendung das Risiko für bösartige Neubildungen einschließlich lymphoproliferativer Erkrankungen nicht erhöht ist. Auch in entsprechenden tierexperimentellen Untersuchungen weist Ciclosporin keine karzinogenen Effekte auf, d.h. durch die Substanz wird keine Krebsentstehung ausgelöst. Ebenso hat Ciclosporin nach diesen Untersuchungen keine mutagenen Effekte, d.h. es führt nicht zu einer Schädigung der Keimbahn (Schädigung des Erbguts).

(Literatur: Paul, C., Hornig, F. Dermatology 1999; 198: 320-321; Lamarque, V. et al. Aus: Touraine JL (Hrsg.); Cancer in Transplantation: Prevention and Treatment. Kluwer Academic, Dordrec ht, The Netherlands 1996: 141-148 1996)

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