Effektivität von Rituximab bei RA-Patienten: Beobachtungsstudie des British Society for Rheumatology Biologics Registers

In dieser Studie unter den Bedingungen der klinischen Routinepraxis in Großbritannien erwies sich Rituximab (MabThera®) als wirksame Therapie nach Versagen von TNF-Inhibitoren. Die Therapieantwort auf Rituximab wurde durch den DAS28, den Rheumafaktorstatus, den HAQ-Score zu Studienbeginn und das Geschlecht beeinflusst.

(Mittwoch, 11.01.2012, Dr. Barbara Missler-Karger)

Abb.: B-Zelle mit dem CD20-Oberflächenmarker. Der monoklonale CD20-Antikörper Rituximab bindet spezifisch an CD20 und schaltet damit die B-Zelle gezielt aus. Quelle: T. Dörner, Neues Therapieziel B-Zelle - das innovative Wirkprinzip von MabThera. Einführungs-Pressekonferenz, Frankfurt/Main, 18. Juli 2006

Auf dem ACR-Kongress in Chicago November 2011 sind bereits Daten aus der Beobachtungsstudie des British Society for Rheumatology Biologics Register zur körperlichen Funktionskapazität unter Rituximab vorgestellt worden.

Im Journal of Rheumatology wurden im Dezember 2011 vorab Daten zur Wirksamkeit sechs Monate nach Start einer Behandlung mit Rituximab aus dieser Studie unter den Bedingungen der klinischen Routinepraxis in Großbritannien veröffentlicht.

Zielsetzung war außerdem, bei den RA-Patienten, bei denen mindestens ein Therapieversuch mit einem TNF-Inhibitor erfolglos verlaufen war, nach Prädiktoren für ein Ansprechen auf Rituximab zu suchen.

In die Analyse wurden 646 RA-Patienten eingeschlossen, die im British Society for Rheumatology Biologics Register (BSRBR) registriert waren, bei denen eine Therapie mit Rituximab begonnen wurde und bei denen ein Beobachtungszeitraum von mindestens sechs Monaten vorlag.

Nach sechs Monaten wurden die Veränderungen beim DAS28 und beim Ansprechen nach den EULAR Kriterien evaluiert. In Regressionsanalysen wurden die Faktoren identifiziert, die mit einem Ansprechen auf Rituximab nach Versagen von TNF-Inhibitoren assoziiert waren.

Der mittlere DAS28 zu Studienbeginn betrug 6,2 (95% CI 6,1, 6,3), nach sechs Monaten hatte der DAS28 signifikant auf 4,8 (95% CI 4,7, 4,9) abgenommen. Siebzehn Prozent der Patienten sprachen gut nach den EULAR Kriterien an, 43 Prozent moderat. Acht Prozent erreichten eine Remission der RA.

Bei Patienten mit einem höheren DAS28 zu Studienbeginn und bei Patienten mit einem positiven Rheumafaktor lag ein signifikanter Zusammenhang mit einer Reduktion des DAS28 vor. Frauen und Patienten mit einem hohen HAQ zu Studienbeginn hatten jedoch geringere Chancen auf Verbesserungen ihrer Erkrankung.


Fazit:
In dieser Studie unter den Bedingungen der klinischen Routinepraxis in Großbritannien erwies sich Rituximab als wirksame Therapie nach Versagen von TNF-Inhibitoren. Die Therapieantwort auf Rituximab wurde durch den DAS28, den Rheumafaktorstatus, den HAQ-Score zu Studienbeginn und das Geschlecht beeinflusst.

Literatur und Links

Effectiveness of Rituximab in Patients with Rheumatoid Arthritis: Observational Study from the British Society for Rheumatology Biologics Register
Moetaza M. Soliman, Kimme L. Hyrich, Mark Lunt, Kath D. Watson, Deborah P.M. Symmons and Darren M. Ashcroft, and the British Society for Rheumatology Biologics Register
Published online before print December 15, 2011, doi: 10.3899/jrheum.110610 The Journal of Rheumatology December 15, 2011 jrheum.110610
Abstract

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